WCAG 2.2 · Level AA · WahrnehmbarBarrierefreiheit als Cloud-Service
1.4.13 Inhalt bei Hover oder Fokus
Tooltips und Popups müssen schließbar, sichtbar bleibend und verwerfbar sein.
Auf einen Blick
Was bedeutet dieses Kriterium?
Kurz gesagt
Tooltips und Popups müssen schließbar, sichtbar bleibend und verwerfbar sein.
Aufwand
Mittel umzusetzen, mittel erledigt
Betrifft Rolle
Entwicklung
Konformitätsstufe
Level AA
EN 301 549
Abschnitt 9.1.4.13 · BITV 2.0 · BFSG
Verständlich erklärt
Was heißt 1.4.13 für die Praxis?
Tooltips und Popups müssen schließbar, sichtbar bleibend und verwerfbar sein.
Der Zusatzinhalt muss: (1) vom Benutzer schließbar sein (Escape-Taste), (2) sichtbar bleiben, wenn der Zeiger darüber bewegt wird, (3) nicht automatisch verschwinden.
Technisch formuliert: Wenn zusätzlicher Inhalt bei Hover oder Fokus erscheint, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein.
Wer ist betroffen?
Ein Alltagsbeispiel
Wenn Websites Inhalte nur auf einem einzigen Weg anbieten — etwa nur als Bild oder nur als Audio — schließen sie Menschen aus, die diesen einen Weg nicht nutzen können. Das Erfolgskriterium 1.4.13 verhindert solche Ausschlüsse und sorgt dafür, dass Informationen in alternativen Formen zugänglich sind. Besonders betroffen sind: Tastaturnutzer, Menschen mit motorischen Einschränkungen.
Die Lösung
So setzen Sie es richtig um
Der Zusatzinhalt muss: (1) vom Benutzer schließbar sein (Escape-Taste), (2) sichtbar bleiben, wenn der Zeiger darüber bewegt wird, (3) nicht automatisch verschwinden.
Wenn zusätzlicher Inhalt bei Hover oder Fokus erscheint, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein.
Umsetzung
Schritt für Schritt
Konkrete Anleitung zur praktischen Umsetzung dieses Kriteriums.
- 1
Escape-Taste testen
Kann der Tooltip/Popup mit Escape geschlossen werden?
- 2
Hover über den Inhalt prüfen
Bleibt der Tooltip sichtbar, wenn Sie den Mauszeiger darauf bewegen?
Typische Fehler
Das wird häufig falsch gemacht
Diese Fehler sehen wir in der Praxis besonders oft — und wie Sie sie vermeiden.
Darauf verlassen, dass alle gleich wahrnehmen
Entwickler gehen oft davon aus, dass alle Nutzer die Inhalte genauso sehen oder hören wie sie selbst. Das ist ein grundlegender Denkfehler — viele Menschen nutzen Hilfsprogramme, die Inhalte ganz anders präsentieren.
Nur an die Mehrheit der Nutzer denken
80%-Lösungen sind keine Lösung, wenn die verbleibenden 20% die Seite überhaupt nicht nutzen können. Barrierefreiheit bedeutet: niemand wird ausgeschlossen.
Selbst prüfen
So testen Sie dieses Kriterium
Mit diesen Methoden können Sie selbst prüfen, ob Ihre Webseite das Kriterium erfüllt.
Screenreader-Test
VoiceOver (Mac: Cmd+F5), NVDA (Windows, kostenlos) oder TalkBack (Android). Navigieren Sie durch die Seite und prüfen Sie, ob alle Inhalte sinnvoll vorgelesen werden.
CSS deaktivieren
In Chrome DevTools oder über Browser-Erweiterungen CSS ausschalten. Ist die Seite noch strukturiert und verständlich lesbar?
Automatisierte Prüfung
Tools wie Pa11y, axe DevTools oder WAVE finden viele Probleme dieses Kriteriums zuverlässig. Ergänzende manuelle Tests bleiben wichtig.
Häufige Fragen